Nikolaus auf Hawaii

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Der erste komplette Tag auf Hawaii begann mit einem kleinen Trainingslauf, damit wir uns ein ungefähres Bild machen konnten, worauf wir uns hier eigentlich eingelassen haben. Da wir die klimatischen Verhältnisse hier ja noch nicht mal im Ansatz (besonders in dieser Jahreszeit) erproben oder nachstellen konnten, fand ich das ganze schon sehr aufschlussreich. Ok, die Startzeit 05:00 Uhr morgens haben wir nun nicht direkt nachgestellt, aber zusammen mit den Mit-TIGERN Lars und Oke habe ich mich morgens um 06:30 Uhr auf die Socken gemacht.

Auffällig: die hohe Luftfeuchtigkeit schlägt sich Brust und das Atmen fällt mir ziemlich schwer. Nachdem ich ca. 1 Km gebraucht habe, um einigermaßen damit klar zu kommen, stellte sich die nächste Herausforderung ein: das Schwitzen. Nun bin ich nicht so blauäugig nach Hawaii geflogen in der Gewissheit nicht schwitzen zu müssen, aber im Normalfall (auch in unserem Sommer) fange ich erst relativ spät an, zu schwitzen. Meist so zwischen Kilometer 5-7. Beim Trainingslauf war mein Laufshirt schon nach dem ersten Kilometer komplett durchnässt. Bedeutet für den Sonntag: noch mehr trinken, als gedacht. Wahrscheinlich betätigt sich der Körper dann als Durchlauferhitzer.

Unterm Strich war es aber ein sehr schöner Lauf entlang der Promenade am Waikiki Beach in Richtung Downtown Honolulu und dann Retour bis an den Fuß vom Diamond Head. Ein weiteres Detail konnten wir ebenfalls schon mal üben: Zick-Zack-Lauf um kleine, bewegliche Ziele, in Fachkreisen auch Japaner genant. Wie schon beschrieben wuseln die hier überall rum – auch auf den Laufstrecken und auch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und da für einen Grossteil der Japaner dieser Marathon der erste (und wohl auch der letzte) sein wird, sind die meisten von Ihnen weder sonderlich gut trainiert, noch schnell unterwegs…

Nach dem Lauf haben wir uns dann in einen Linienbus gesetzt und sind nach Pearl Harbour gefahren. Die Busfahrt dauerte gut eineinviertel Stunden und war super-interessant. Irgendwann dann angekommen, fand ich schon überraschend, dass wir das als Gedenkstätte umgebaute Areal kostenlos besichtigen und eine kurze Schiffsfahrt zu einem der gesunkenen Schiffe (USS Arizona), welches dort immer noch liegt und über dem ein „Memorial“ errichtet wurde, ebenfalls kostenlos angeboten wurde. Im Grunde genommen mag ich die oftmals entweder sehr pathetische Art oder aber selbstbeweihräuchernde Art der Amerikaner nicht so sonderlich. Aber die Darstellung der Vorkommnisse und die Aufarbeitung des ganzen Themas fand ich schon sehr interessant. Noch dazu waren wir genau einen Tag vor dem 71. Jahrestag des Angriffes der Japaner dort, was dem ganzen noch einen etwas besonderen Flair gab.

Anschließend ging es mit dem Bus zurück in Richtung Innenstadt, wobei wir am Hawaii Convention Center einen Zwischenstopp einlegen mussten, um die Startunterlagen für Sonntag abzuholen. Auf der integrierten Marathon-Messe wurde schnell klar, auf wen dieses ganze Event im Grunde genommen eigentlich zugeschnitten ist. Alles fest in japanischer Hand, was sich in der allgegenwärtigen Präsenz von Schriftzeichen an allen Ständen der Messen wider spiegelte.

Standesgemäß aufgeklungen ist der Abend dann in einem typisch amerikanischen Diner und Grill, der sehr leckere Burger zu moderaten Preisen und eine sehr freundliche und zuvorkommende Bedienung zu bieten hatte.

P.S. der Nikolaus kommt auch nach Hawaii, jedoch nicht zu allen… 🙁 – dafür haben uns die Kinder jedoch am Telefon erzählt, dass er zu Hause „sooooo einen großen Teller“ für uns gebracht hat…

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