Familienzuwachs -Bosch Indego Connect 1000

Wir haben Familienzuwachs! Er hört auf den Namen „Rasi“ – wobei ich davon überzeugt bin, dass dies vorerst nur der Arbeitstitel ist. Meinen Töchtern (9 und knapp 7 Jahre alt) wird schon noch ein Spitzname für unseren neuen Gartenfreund einfallen… 😉

Es war zunächst einmal eine riesige Freude, dass wir von Conrad ausgewählt wurden, den Bosch Indego Connect 1000 testen zu dürfen. Immerhin nahm das Rasenmähen bei uns bisher gut 1,5 Stunden pro Woche in Anspruch. Das liegt zum einen an dem recht großen Grundstück (knapp 1.000 qm Rasenflächen), zum anderen an den Herausforderungen, die sich auf eben jenen Rasenflächen (insgesamt 3 Stück, unterteilt durch gepflasterte Wege) befinden. Da sind Spielgeräte (Kletterturm, Schaukel, Reckstange, Reitpferd und – zumindest im Hochsommer – Pool) aber auch Bepflanzungen und nicht zu vergessen das Außengehege der beiden Kaninchen. Auf jeden Fall auch für einen lernfähigen Rasenmäher-Roboter eine nicht unerhebliche Herausforderung.

Aber der Reihe nach: vor gut 10 Tagen war das heiss ersehnte Paket endlich da:IMG_2517und wie man(n) dann nun mal so ist, muß das ganze dann auch ein wenig genauer unter die Lupe genommen und zwar sofort (auch wenn man erst um 20:00 Uhr von der Arbeit nach Hause gekommen ist) ausgepackt werden:
IMG_2518Im Lieferumfang befanden sich neben dem Rasenmäher-Roboter (eigentlich verblüffend, dass der dabei war, oder 😉 nebst Ladestation und Netzteil) noch 2 Spulen à 100 Meter Begrenzungsdraht (um „Rasi’s“ Terrain abzustecken), sowie 400 Haken, um den Draht am Boden anbringen zu können. Darüber hinaus auch noch zwei mit Gel gefüllte und somit wasserdichte Kabelverbinder. Dazu natürlich auch eine (ausführliche) Bedienungs- und Gebrauchsanleitung, sowie zwei Kurzanleitungen sowohl für die Installation von „Rasi“ und seiner Begrenzung als auch von der inkludierten App-Steuerung.

Die Installationsanleitung ist klar gegliedert und leicht verständlich. Dementsprechend leicht war es dann auch, das neue Familienmitglied in Betrieb zu nehmen: entgegen meinen Befürchtungen (und Erfahrung mit dem letzten herkömmlichen Benzinrasenmäher, den ich gekauft und dann zum Großteil noch zusammenbauen musste) kam „Rasi“ fix und fertig montiert und zusammengebaut bei uns an. Aufgrund der Grundstücksabmessungen bei uns kam ich jedoch leider nicht ganz mit den 200 Metern Begrenzungsdraht hin, sodass ich mir noch eine Spule mit 100 Metern und ein paar Kabelverbinder (teilweise als „Notnagel, falls der Draht mal irgendwo kaputt gehen sollte) besorgte.

Aber dann konnte es auch schon losgehen: ausgerüstet mit Gummihammer und den Erdhaken aus Kunststoff machte ich mich daran, den Draht rund um unser Grundstück zu verlegen und „Rasi“ somit zu zeigen, wo mähen soll. Ich war wirklich gespannt, wie mein Plan, die drei geteilten Rasenflächen über das Pflaster miteinander zu verbinden, klappen würde. Ich entschied mich dazu, den Draht auf der Rasenfläche zu verlegen (obwohl man dies auch bis zu 5 cm tief im Boden tun kann), weil meine bester Freund (der selber mal einen Rasenmäher-Roboter eines anderen Herstellers hatte) meinte, dass der Draht im Lauf der Zeit in den Boden einwachsen würde, wenn er stramm und eng auf dem Boden aufliegt. Außerdem habe ich mir so die Möglichkeit offengehalten, noch Korrekturen und Verbesserungen vorzunehmen.

557f1df81aa81992b98b4569Das ganze funktionierte in der Regel recht gut, da in der Verpackung jeweils Schablonen für die Einhaltung der empfohlenen Abstände (50 cm von Haken zu Haken und 35 cm vom Rasenkante) vorhanden waren. Ein handelsüblicher Zollstock tut es aber genauso gut ;). Somit kam ich recht gut voran – mal abgesehen von einigen Stellen, an denen der Boden aufgrund fehlender Regenfälle in den letzten Wochen härter als die Kunststoffhaken war und diese entweder verbogen oder auch direkt brachen. Interessant wurde es dann an den Übergängen von den jeweiligen Rasenflächen, die durch die Pflastersteine getrennt waren:

P1030551Hier war es ein bisschen kompliziert, den Draht in den Zwischenräumen der Steine zu verlegen, da diese nicht gerade und dann dementsprechend parallel zueinander verliefen. Hier war ein Zickzack-Muster die logische Konsequenz:

557f21e99c12d3bbd88b456dWesentlich leichter war es dann schon zu Fläche Nummer 3

P1030552Hier verlaufen die Zwischenräume gerade und parallel zueinander, sodass das Verlegen des Kabels insgesamt kein großartiger Akt war:

P1030556Ohne großartige weitere Komplikationen verlief dann jedoch die weitere Kabelverlegung und nach einer effektiven Nettoarbeitszeit von ca. 4 Stunden hatte ich die insgesamt rund 250 Meter Begrenzungskabel dann verlegt.

Damit man sich mal ein ungefähres Bild machen kann, welche Flächen „Rasi“ bei uns zu bewältigen hat und welche Herausforderungen auf ihn warten, habe ich noch ein paar Bilder unserer Rasenflächen gemacht:
P1030547 Hier steht ganz hinten ein Baum (den ich nicht extra mit Begrenzungsdraht von der zu mähenden Fläche ausgenommen habe, in der Mitte eine Wäschespinne (ist auch als Hindernis im Parcours), sowie das oben bereits erwähnte Kaninchenfreigehege. Da „Rasi“ lediglich in den Morgenstunden und ab Spätnachmittag fahren und arbeiten soll, habe ich ich davon abgesehen, das Freigehege auszunehmen. In den Arbeitszeiten „Rasi’s“ sind die Tiere in ihrem Stall, somit werden sie nicht gestört. Und außerdem wird das Gehege von Zeit zu Zeit auch versetzt und dient dann somit als „natürliches Rasenmähergehe“ ;). Die Büsche und Sträucher auf der linken Seite werden rumkurvt, da sie jeweils mit Kiesbetten umfasst sind. Weiter geht es dann hier:

P1030548Beim dem Trampolin war darauf zu achten, dass sich „Rasi“ nicht auf den Querstreben der Beine festfährt. Hierbei könnten ansonsten die Messer sehr schnell beschädigt werden. Jeweils einfach Holzlatten als Sperren zum Dagegenfahren angebracht – fertig. Auf der Sandfläche, von der aus die beiden Bilder aufgenommen wurden steht bei heisseren Temperaturen ein größerer Pool. Diese Fläche wurde ausgespart.

Im weiteren Verlauf dieses Rasenstücks kommen noch weitere Spielgeräte:

P1030549Hier wurden nur der Kletterturm und der Baum im Hintergrund ausgespart. Alles andere (auch die Rutsche) liegen voll im Mähbereich und werden vom aktiven „Rasi“ – hier schon in Aktion mit seiner Ladestation an der rechten Seite gut gemeistert. Und von der hintersten Ecke

P1030550schliesst sich dann der Kreis zum vorderen Garten mit den oben schon gezeigten zwei weiteren Rasenflächen.

So, nun waren also alle Begrenzungen abgesteckt und unser neues Familienmitglied sollte also seinen Dienst aufnehmen. Als erstes noch schnell die App für iPhone und iPad installiert und alle drei Geräte miteinander „bekannt“ gemacht. Ebenfalls ein Vorgang der in weniger als einer Minute abgeschlossen war, die gewünschte Mähhöhe – von 20 – 60mm in 10 Stufen einstellbar – über eine einfache Drehrad eingestellt und schon konnte es losgehen.

Zunächst ist es vorgesehen, dass der Mäher seinen Arbeitsbereich „abschreitet“. Hierzu fährt er auf dem verlegten Begrenzungskabel den kompletten äußeren Rand der zu mähenden Flächen ab und kartografiert somit seinen Arbeitsbereich. Hier wurde es für mich nun das erste Mal enorm spannend: hat die Kabelverlegung zwischen den Pflastersteinen, ganz besonders in dem Zick-Zack-Bereich hin? Oder ist irgendwo das Kabel beschädigt und ich muss mich auf die altbekannte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen machen?

Es ging jedoch alles gut. Auch die jeweiligen Übergänge über die gepflasterten Wege wurden so gemeistert, wie ich mir das erdacht und auch erhofft hatte. Nach knapp 20 Minuten war „Rasi“ von seiner „Entdeckungstour wieder zurück und stiess gegen seine Ladestation. Was mich zunächst stutzig machte war, dass er ab und an stehen blieb. Schon fast panisch lief ich dann immer zum Mäher hin und befürchtete einen Defekt oder ein beschädigtes Kabel. Dem war jedoch nicht so. Da der Bosch Indego Connect „lernfähig“ ist, speichert er von Zeit zu Zeit die neu hinzugewonnenen Informationen ab (ein Countdown von 10 bis 1 zeigt dies dann im Display an) und setzt seine Fahrt dann fort.

Auch wenn der Mäher seine regulären Mähfahrten durchführt, bleibt er hin und wieder kurz stehen, speichert seine Informationen ab und setzt seinen Arbeitsgang dann fort. Somit verspricht Bosch seinen Kunden eine stetige Verbesserung der Effizienz des Mähens und eine Optimierung der Mähzeit. Der große Unterschied des Bosch Indego Connect zu vielen anderen Rasenmäh-Robotern (unter anderem auch dem damaligen Gerätes meines besten Freundes), ist dass er nicht nach dem „Zufallsprinzip“ über die Rasenflächen „irrt“, sondern in logischen, parallelen Bahnen, die schräg zu den Rasenkanten verlaufen seine Arbeit verrichtet.

Das schöne an der Steuerung über die App ist, dass man immer und überall den aktuellen Status seines kleinen Helferleins hat. So lässt sich beispielsweise jederzeit der aktuelle Mähstatus inkl. Übersichtskarte und Position des Mähers anzeigen:

IMG_0211Aber die App bietet noch viel mehr: das ich „Rasi“ damit starten, stoppen oder auch zum Laden in die Station schicken kann, scheint man ja schon fast als „normal“ voraus zu setzen. Vielmehr kann ich den Roboter damit auch programmieren und in 5 verschiedenen Einheiten sagen, wann (an welchem Wochentag) er in welchen Zeitintervall (in 5-Minuten-Schritten) zu mähen hat. Und das von Montag bis Sonntag! Moment!!! Sonntag??? Ja – warum nicht? der Mäher ist leiser als jedes normale Gartengespräch. Das lauteste, was man im Mähbetrieb hört ist der Antrieb. Wobei ich hier dazu anmerken muss, dass der Bosch Indego Connect mit seinen angegebenen max. 75db zu den lauteren Mährobotern gehört. Lauter dürfte es jedoch werden, wenn „Rasi“ auf dem Rasen vergessenes Spielzeug oder auch Stöcker „frisst“. Hier sollte man aufpassen, dass die zu mähenden Flächen nach Möglichkeit frei von Fremdkörpern sind.

Aber die App hilft auch dabei, wenn es darum geht, Ersatzteile zu bestellen – teilweise sogar mit direkter Anbindung an den Conrad-Onlineshop ;). Auch gibt es einen Bereich für Alarme (wenn „Rasi“ z.B. den Kontakt zum Kabel verloren hat), eine Hotline oder auch ein FAQ. Und wenn der Roboter seinen geplanten Dienst vollendet hat, schaut das auf der App dann so aus:

IMG_2523Alles in allem fährt „Rasi“ jetzt seit knapp einer Woche. Eigentlich hatte ich es mir mal so gedacht, dass er alle zwei, drei Tage unseren Rasen mähen und somit konstant auf ca. 40 mm halten soll. Ich verspreche mir dadurch eine wesentlich bessere Rasenqualität als bisher, denn dadurch, dass der Rasenschnitt durch die Mulchfunktion als Dünger direkt auf dem Rasen liegen bleibt, dabei aber auch konstant kurz gehalten wird, weniger Unkraut, Moos und Klee. Dies wird allerdings die Langfristigkeit des Unterfangens zeigen. Derzeit ist „Rasi“ noch in der „Lernphase“. D.h. lt. Hersteller, dass der Roboter erst nach ca. 2-3 Wochen so richtig seinen Abeitsbereich „kennen gelernt“ und seine Mähprozesse optimiert hat. Wie dies aber zur Zeit schon aussieht, zeigt das folgende Video (im Zeitraffer) inkl. kurzen „Lernstops“ aber auch Anstössen an Hindernissen recht eindrucksvoll:

Fazit: Ich möchte unseren neuen Gartenhelfer ganz bestimmt nicht mehr missen. Und das nach nur einer Woche im Einsatz! Natürlich, die Kanten und gewisse Ecken werde ich immer noch selber bearbeiten müssen. Aber wir sprechen hier von einem Arbeitsaufwand von ca. 15-20 Minuten anstatt wie bisher ca. 90 Minuten die Woche. Darüber hinaus kommt „Rasi“ bestens mit Bodenunebenheiten und auch Gefällen oder Steigungen klar. Das Resultat ist, dass der Rasen permanent kurz ist und gepflegt aussieht, während bisher dies beim herkömmlichen Mähen schon nach drei bis vier Tagen nicht mehr so dolle war. Der Bosch Indego Connect ist hier ein wirklich fantastischer Helfer, der einem eine zwar nicht lästige (zumindest mir nicht) Arbeit abnimmt, aber Freiraum für andere Tätigkeiten schafft.

Kritik: Ein bisschen „ABER“ muss ich allerdings auch los werden:

Der Alarm, mit dem Bosch den Indego Connect als „Diebstahlschutz“ ausstattet, ist viel viel zu leise. Er sollte zumindest vom Lautstärkepegel her einstellbar sein – und zwar so stark, dass der Begriff „Alarm“ diese Bezeichnung auch verdient. Hier MUSS der Hersteller Bosch dringend nachbessern. Wenn ich derzeit den Mäher im laufenden Betrieb hochhebe, geht nach 30 Sekunden ein Alarm los, der sich nur durch Eingabe der PIN ausschalten lässt. Allerdings ist dieser Alarm nicht wirklich laut und wenn ich den Mäher aus der Ladestation heraus nehmen, passiert gar nichts… Zwar heisst es, dass Mäher und Ladestation aneinander gekoppelt sind und lediglich miteinander funktionieren. Aber Weg ist trotzdem Weg – und ein solches „Pairing“ wird über Chips gesteuert, die heutzutage auch manipulierbar oder austauschbar sind.

Die Steuerung über die App ist ein nettes Gimmick, das an vielen Stellen auch tatsächlich hilft. Wünschenswert wäre es jedoch, wenn die App allerdings bei einem „Alarm“ (z.B. „Mäher benötigt Hilfe“, wenn STOP-Taste gedrückt wurde oder die Signale des Begrenzungskabels nicht mehr erkannt werden) das ganze als Benachrichtigung an das Smartphone (und nicht nur unter dem Menüpunkt „Alarm“ , den man innerhalb der App aufrufen muss) geschickt wird.

Aber insgesamt weiß ich jetzt schon, dass ich die nächsten 14 Tage hassen werde, weil ich „Rasi“ erst einmal außer Betrieb setzen musste: heute haben die Dachdecker angefangen, rund um das Haus Gerüste aufzubauen. Wir bekommen ein neues Dach und in dieser Zeit ist an ein automatisiertes Rasenmähen leider nicht zu denken. Ich hoffe ohnehin, dass die Begrenzungskabel ohne große Beeinträchtigung davon kommen.

Das schlimme ist gar nicht mal, dass ich nach Abschluss der Dachdeckarbeiten wieder einmal „manuell“ den Rasen werde mähen müssen, weil er aller Voraussicht nach dann erstmal zu hoch für „Rasi“ sein wird. Das schlimme ist die Gewöhnung, die so schnell nach der Arbeitsaufnahme durch „Rasi“ eingetreten ist. Denn: wollen wir mal ehrlich sein – wer schaut anderen nicht gern beim Arbeiten zu? Und wenn es einem Rasenmäher-Roboter ist, während man auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen sitzt??? 😉

 

4 Kommentare bisher. Was sagst du dazu?

  1. Andreas Voltmann sagt:

    Sehr unterhaltsam und zum Schmunzeln geschrieben (nächste Aktion: Geschichtenerzähler???)
    Liebe Grüße Andreas

    23. Juni 2015
    Antworten
  2. Georg sagt:

    Hallo Stephan,

    gute Idee, die Latten unter dem Trampolin. Werde ich auch gleich ausprobieren. Hat sich das in der Praxis bewehrt?

    Liebe Grüße
    Georg

    1. Mai 2017
    Antworten
    • Stephan Stephan Lehmann sagt:

      Hallo Georg,

      Danke für das Feedback. Ja, das System hat sich bewährt. Die Latten dürfen nur nicht zu schmal sein.

      Viele Grüße

      Stephan

      1. Mai 2017
      Antworten

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