Der Tag danach…

Marathon überstanden, Energieakkus wieder aufgeladen und auch ein paar Stunden mehr geschlafen, als in der Nacht auf Sonntag – und das auf jeden Fall auch ruhiger und tiefenentspannt. So kann man dann auch mal einen Montag beginnen. Ist ja halt auch kein gewöhnlicher Montag, sondern der nach DEM Marathon. Das Tagesprogramm stand schon seit einigen Tagen, nachdem wir uns die Tage zuvor in Anbetracht des Marathons ein wenig geschont hatten, konnten wir nun in Punkto Sightseeing endlich richtig loslegen. Erster Anlaufpunkt war Battery Park an der Südspitze Manhattans.
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Von hier legen die Fähren nach Staten Island (ok, da war ich ja schon am Sonntag zum Start), Ellis Island (hier kamen früher die Einwanderer in die USA an – aber DAS wollten wir dann lieber doch nicht) und Liberty Island (na, wer mag denn da wohl „wohnen“?). Ok, also rüber zur guten alten Freiheitsstatue. Wobei, ganz so einfach ist das alles nicht. Zum einen braucht man ’ne Fähre, wenn man nicht unbedingt schwimmen möchte (war uns zu kalt). Aber auch hier kann man nicht so ohne weiteres ein Ticket kaufen und an Bord gehen. Denn bei so ziemlich allen Sehenswürdigkeiten der Stadt sind Sicherheitskontrollen wie auf Flughäfen vorgeschaltet. Wenn man die dann durch hat, darf man auch u.a. Lady Liberty besuchen. Zu sehen ist die Dame auch schon ganz gut vom anderen Ufer aus – und mit der Kamera auch sehr zu heran zu zoomen. Doch direkt davor zu stehen (für rauf – also weder auf den Sockel, noch in die Krone – bekamen wir leider keine Tickets mehr) ist schon ein ganz spezielles Gefühl.
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Auf der anderen Seite hat man von Liberty Island aus natürlich auch einen tollen Blick nach Staten Island und auf die Verazzano-Narrows-Bridge20131106-105717.jpgund allem voran auf die Skyline von Manhattan. 20131106-110128.jpgAuch wenn wir mit dem Wetter ziemliches Glück und Sonnenschein hatten, so ist es im November in New York doch schon recht kalt und so machten wir uns nach einer Umrundung von Liberty Island wieder auf den Rückweg nach Manhattan.

Unser nächstes Ziel war dann Ground Zero mit dem Memorial 9/11. 20131106-110554.jpgEs ist schon ein ziemlich beklemmendes Gefühl, hier anzustehen um sich diese Gedenkstätte anzusehen. Die neuen Türme des neuen World Trade Centers, allen voran World Trade Center 1 (oder auch der Freedom Tower), der das höchste Gebäude der USA werden wird, sind von fast überall gut zu sehen. 20131106-110726.jpgDer gesamte Ground Zero ist eine Grossbaustelle, an der an allen Ecken und Enden gebaut wird. Hier natürlich derzeit mit Hochdruck an den beiden größten Türmen, aber auch weitere sollen noch entstehen.

Wirklich bedrückend ist dann das eigentliche Memorial, das anlässlich des 10. Jahrestages der Anschläge im Jahr 2011 eröffnet wurde. Hier sind die „Footprints“ der ursprünglichen Zwillingstürme mit 9 Meter tiefen Wasserfällen eingefasst, in deren Mitte das Wasser dann wiederum in’s scheinbare Nichts fällt. 20131106-111211.jpgUmrandet sind beide „Footprints“ mit den Namen der Opfer. Eine wirklich stilvolle Gedenkstätte.

Nächste Station unserer Rundreise war dann Brooklyn, denn wir wollten die Brooklyn-Bridge gerne zu Fuß überqueren. Das Subway-Netz in New York stellt sich an manchen Stellen leider nicht als ganz einfach zu durchschauen dar und so sind wir schliesslich dreimal unter dem East River hergefahren, ehe wir fast dort waren, wo wir eigentlich hin wollten: denn als wir die Subway-Station haben wir uns wohl so fragend angesehen, dass es ziemlich offensichtlich war, was wir suchten. So fragte. So fragte uns ein älterer Herr dann auch, ob wir „die Brücke“ suchen. Keine 500 Meter weiter standen wir dann tatsächlich darauf – peinlich…. Brücken hatte ich während des Marathons ja schon schätzen gelernt, aber die Brooklyn-Bridge 20131106-111653.jpghabe ich dann wirklich genossen, denn der Blick nach Manhattan und Liberty Island ist wirklich klasse. 20131106-112249.jpg Allerdings handelt es sich hier nicht, wie man vielleicht meinen könnte, um ein Erpresserfoto, sondern nur um die stolze Präsentation der New York Times, in der man nun ja nicht alle Nase lang seinen Namen findet. Und wenn man dann wieder in die Subway geht, wird man mit freundlichen Grüßen aus der Heimat bedacht 😉20131106-111944.jpg

Unser Abendspaziergang führte uns dann zum „Top of the Rock“ – auf das Rockefeller-Center.20131106-113529.jpgNach kurzer Überlegung entschieden wir uns wiederum für den Abendblick auf das beleuchtete New York. Nach dem obligatorischen Security-Check wurden wir innerhalb von 43 Sekunden in den 69. Stock des Gebäudes gefahren. Der Blick von hier oben war genauso so beeindruckend, wie schon am Freitag vom Empire State Building aus. Allerdings nicht immer ganz so kalt und windig, da die 69. und 70. Etage (per Rolltreppe zu erreichen) Glaswände haben. Nur wer noch die letzten Treppenstufen auf Etage 71 und damit auf das Dach des Gebäudes erklimmt, muss mit rechnen, dass ihm wieder ein etwas kühlerer Wind um die Nase weht.20131106-113038.jpg

Vor dem Rockefeller-Center wird schon wieder Schlittschuh gelaufen und der Anblick des beleuchteten Gebäudes ist sehr lohnenswert. 20131106-113304.jpgWir schlenderten dann die 5th Avenue noch weiter Richtung Central, doch die meisten der hier ansässigen namhaften Geschäfte haben es scheinbar nich nötig, länger als bis 20:00 Uhr geöffnet zu haben, während weiter Downtown die Geschäfte durchaus bis tief in die Nacht hinein geöffnet sind.

6 Kommentare bisher. Was sagst du dazu?

  1. Michaela Voltmann sagt:

    Wenn du immer so schön schreibst könntest du gern länger bleiben – jeden Tag so ein Bericht, wie wenn man dabei wäre inkl, schöne, beeindruckende Fotos ….. ja, das wär´ was. 😉

    6. November 2013
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    • Stephan Stephan sagt:

      Wenn es nach mir ginge, würde ich das gerne machen – wer sucht mir allerdings die Reisesponsoren?

      6. November 2013
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  2. Eddy sagt:

    Danke für Bericht und Fotos: ich war gerade wieder back im Big Apple… 🙂

    6. November 2013
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    • Stephan Stephan sagt:

      Zuviel der Ehre, lieber Eddy. Du weißt, ich schreibe nur das, was ich sehe, denke und empfinde (s. Bericht vom NY-Marathon)

      6. November 2013
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  3. Ruben sagt:

    Toller Bericht. Das schönste wenn man auf dem Rockefeller Center ist: Man sieht das Empire State Building 😉 … Diesen Blick hat man vom Empire nicht.

    6. November 2013
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    • Stephan Stephan sagt:

      Da hast Du absolut recht, Ruben. Genau DAS ist mir auch durch den Kopf gegangen, als ich dort oben stand

      6. November 2013
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