Da warnwa dabei – dat war prima

dom_ziel_spitzen_rechts_obenNun liegt also auch Teil 2 der 2013-Herbst-Marathon-Trilogie hinter mir und mit großen Schritten wartet das Grande Finale auf mich: der ING NEW YORK MARATHON. Aber vorher standen drei Highlights in Köln auf meinem Wochenendplan:

  1. Treffen und gemeinsames Mittagessen mit der deutschen Spitzenläuferin Sabrina Mockenhaupt, genannt „Mocki“ auf Einladung von ORTHOMOL SPORT (einem von Mockis Sponsoren)
  2. Gemeinsames Essen mit vielen Tigern auf Einladung des TIGER BALM TEAMs
  3. Teilnahme am Köln Marathon

Los ging die ganze Sause mit einigem Ärger: das „Unternehmen Zukunft“ (Deutsche Bahn) hat seinem eigenen Slogan mal wieder alle Ehre und mir sehr schnell deutlich gemacht, dass ich erst sehr viel später in der Zukunft am Kölner Hauptbahnhof ankommen werde, als ursprünglich geplant (und auch vom zukunftsorientierten Unternehmen vorgesehen). Umso ärgerlicher als die Zeit zwischen Ankommen, Einchecken im Hilton (hey!! keine falschen Gedanken – das hat ORTHOMOL gebucht 😉 ) und dem Treffen mit Mocki nicht allzu viel Zeit war. Ich stand mit ProduktmanagerThomas in ständigem Email-Kontakt und konnte ihn somit ständig über das Voranschreiten meiner Verspätung informieren. Positiver Punkt der ganz Misere: als ich mit einer letztlich guten Stunde Verspätung am Hbf. Köln ankam und mich zum Warmlaufen Richtung Hilton begeben hatte, brauchte ich mich nicht mehr der Gruppe vorzustellen. Mocki begrüßte mich sofort mit den Worten: „und du bist bestimmt der Stephan“.

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Es war ein sehr nettes und leckeres Essen in lockerer Atmosphäre und mit sehr netten Läuferkollegen (insgesamt 6, darunter witzigerweise auch der Tiger Björn Beil). Mocki war absolut natürlich und sympathisch ohne die geringsten Allüren oder Berührungsängste – was die kleine Pauline „schamlos“ 😉 ausnutze. Jeder bekam von Mocki ein Exemplar ihres Laufbuches mit persönlicher Widmung geschenkt. Und einem „Wettkampf-Novizen“, der am Sonntag seinen allerersten Halbmarathon laufen wollte, bot sie an, ihn „unter ihre Fittiche“ zu nehmen – zumindest beim Frühstück und Transfer zum Startbereich. Danach wäre er dann doch wieder auf sich allein gestellt es sei denn, er heftet sich an Mockis Fersen während des Rennens – immerhin hat sie den Halmarathon der Damen in 1:10:54 gewonnen…

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Nach dem Essen wurden wir alle zusammen zur Marathon-Messe gefahren, wo Mocki eine Autogrammstunde auf dem Stand von ORTHOMOL SPORT gab und wir uns in Ruhe umschauen und unsere Startunterlagen abholen konnten. Abschliessend gab es dann noch Einzel- und Gruppenfotos mit Mocki, ehe wir uns von ihr und voneinander verabschiedeten.

Quasi die Klinke in die Hand gaben sich dann Eddy und sein Bruder Christoph vom TIGER BALM TEAM, die ich zusammen mit Björn nach Verlassen des ORTHOMOL-Standes traf. Mit-Tiger Björn musste noch den im Hotel verbliebenen Teil seines Tiger-Rudels abholen und wir verabredeten uns dann für das gemeinsame Abendessen im MONGO’s, zu dem das TIGER BALM TEAM uns eingeladen hatte. So ging es direkt von einem Highlight zum nächsten – und da am nächsten Tag ja mal wieder ein Marathon anstand, konnte man ja auch mal wieder was essen…

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Es wurde nicht das klassische Carbo-Loading, denn das MONGO’s zeichnet sich durch einen ausgezeichneten Mongolengrill aus: als Gast wählt man zwischen 8-10 Saucen (ich habe irgendwie den Überblick verloren), geht dann zum mehr als reichhaltigen Büffet mit unzähligen Zutaten (Grünfutter, Nudeln, Fleisch, Fisch, Fleisch, Fisch und Fleisch und Fisch) – packt sich das Schüsselchen voll und gibt es am Grill ab. Kurze Zeit später bekommt man seine Auswahl zusammen mit der vorher gewählten Sauce komplett zubereitet an den Tisch serviert – was dann durch den Garprozess zusammengeschrumpft ist und wieder neuen Platz in der Schüssel bietet, wird dann durch Reis wieder aufgefüllt…

Auch hier war es wieder ein phantastischer Abend, an dem „alte“ Tiger wieder und „neue“ Tiger getroffen wurden. Das ganze abgerundet durch einige Köpfe vom „Team hinter dem Team“, die uns durch viele nette Geschenke und eine perfekte Organisation eine unsagbare Wertschätzung entgegenbrachten. Es war ein toller Tag, der einen sehr schönen Abschluss im Rahmen des TIGER BALM TEAMs fand.

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Am Sonntag dann also wieder Marathon! Das schöne: in Köln beginnt der erst um 11:30 Uhr. Das bedeutet: nicht schon um halb 6 aus dem Bett quälen, ein kleines Frühstück nehmen und sich dann auf den Weg zu machen. Nein, man kann „Ausschlafen“ – also 08:00 Uhr ist locker drin (und wer kleine Kinder hat weiß, dass das quasi „Ausschlafen“ ist) – und dann in aller Ruhe frühstücken. Und wenn man dann sogar im Hilton wohnen darf, dann ist das ein weiteres absolutes Highlight. Zuviel Frühstück geht dann leider aber auch nicht, denn der „Stadtrundgang“ der für den Tag auf dem Programm steht soll dann ja doch einigermaßen sportlich durchgeführt werden…

Ein Nachteil der späten Startzeit kann es jedoch sein, dass es wegen der Mittagszeit, in der man läuft auch mal „ein wenig wärmer“ werden kann – wie 2011 als wir locker mehr als 20°C hatte. Ok, diese Gefahr bestand am Sonntag nicht. Es war bedeckt und kühl bei 10-12°C, dazu teilweise sehr unangenehmer und böiger Gegenwind. Vor dem Start noch die Tiger Björn, Lars und Thomas getroffen und den Startplatz aufgesucht. Gestartet ist dann quasi jeder für sich, weil ja jeder auch sein eigenes Rennen läuft. Hier sind die Tiger dann doch wieder eher die Einzelgänger als Rudeltiere…

Das Rennen selber lief im Grunde genommen recht gut. Durch einige Pendelabschnitte gab es immer mal wieder die Gelegenheit, ein paar andere Tiger zu grüßen – ob vor oder hinter mir – das sind dann so die Highlights eines solchen Rennens. Ab Kilometer 28 wurde es dann aber auch anstrengend: die 42 Kilometer aus Berlin 2 Wochen zuvor meldeten sich noch mal zu Wort und Wind und der recht ruhige Stadtteil Nippes taten dann ihr übriges. Ab Kilometer 35 sah ich mich im Spielkasino: rien ne vas plus!!!! Körperlich komplett durch, die Waden total verkrampft war es dann kein Kampf mehr von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle sondern mehr einer von Meter zu Meter. Das schlimme daran: ich habe während dieser letzten Kilometer tatsächlich GEFROREN! Wie pervers ist das denn? Du läufst 35, 36, 37 Kilometer und dein Körper friert…

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Persönliches Highlight und Motivation: anders als in den anderen Jahren, in denen ich in Köln gestartet bin, war der Dom nicht Durchgangsstation bei KM 40, ehe es dann über die verhasste Deutzer Brücke (die dir die letzten Körner aus dem Körper kurz vor dem Ziel zieht) geht, sondern das Ziel! Also lässt sich auch der Kopf übertölpeln und macht den Beinen klar das sie nur noch zu dieser komischen Kirche da hinten laufen müssen. Na ja – und wenn man schon mal da ist, dann kann man ja die letzten 250 Meter auch wieder davon weg in Richtung Ziel laufen… – wie platt ich in’s Ziel gekommen bin, kann man hier erahnen:

Mit 3:55:59 war ich immer noch gut dreieinhalb Minuten schneller als in Berlin und im Grunde genommen einigermaßen zufrieden. Aber die größte Herausforderung folgte erst nach dem Zieleinlauf: Überleben nach dem Zielstrich. Die Kölner Organisatoren haben sich alle Mühe gegeben, den Läufern während und nach dem Rennen optimale Bedingungen zu bieten und dies ist in weiten Teilen auch sehr gut gelungen. Aber am Ende der Verpflegungsmeile ging gar nichts mehr. Körperlich komplett am Boden, die Waden dermaßen verkrampft war ich auf der Suche nach den Kleiderbeuteln, die wir vor dem Start an der Messe abgegeben hatten und die dann in den Zielbereich gefahren werden sollten. Nur: da war NIX –  Nein, das stimmt nicht. Da waren hunderte von Zuschauern, die ihre Helden in Empfang nehmen wollten und dementsprechend den Auslass am Ausgang der Verpflegungsmeile sehr eng machten. Frierend wie ein Schneider versuchte ich gegen den Strom anzukommen und irgendwie in Richtung Kleiderbeutel zu gelangen. Leichter gesagt, als getan – zumal die Waden dermaßen zumachten, dass ich dachte, jede Sekunde auf dem Asphalt zu liegen. Nach 500 -700 Metern (gefühlt war diese Distanz mindestens 10 mal so lang) war ich endlich am Zelt mit meiner Nummer, meinem Kleidersack und konnte mir etwas warmes und trockenes anziehen. In kürzester Zeit fror ich nicht mehr, die Wadenkrämpfe verschwanden und alles war wieder gut.

Angemessen liessen einige Tiger (Moni, Melanie, Christoph, Eddy und Thomas) und ich das Wochenende noch bei dem einen oder zweiten Kölsch ausklingen und trollten uns dann unserer Wege – eine heisse Dusche abschliessend im Hilton für mich noch inbegriffen, ehe es dann mit dem „Unternehmen Zukunft“ wieder zurück nach Hause ging. Pünktlich!

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an ORTHOMOL SPORT, das TIGER BALM TEAM und nicht zuletzt SABRINA „MOCKI“ MOCKENHAUPT für ein wirklich unvergessliches Wochenende.

Nun folgt New York – Berichte auch, vielleicht sogar noch zwischendurch, stay tuned!

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