Am „Tag danach“

Was macht man am Tag, nachdem man einen Marathon gelaufen ist? Na ja, wenn dies in New York der Fall war, auf jeden Fall als erstes einmal die New York Times kaufen. Denn dort stehen die Namen vieler Finisher mit ihren Zeiten und Platzierungen bis zu einer gewissen Zeit abgedruckt. Da dieses Jahr die Zeit knapp unter 5 Stunden lag, war auch mein Name wieder in der altehrwürdigen Zeitung mit Platzierung 25143 zu finden.

Anschließend ging es auf Besichtigungstour der Highline. Eine stillgelegte U-Bahnlinie im Stadtteil Chelsea, die zu einem Hochgarten umgebaut wurde und über den Straßen New Yorks tolle Ausblicke mit sehr schönem botanischen Rahmen bietet. Man schlendert zwischen Häusern und über Straßen mitten durch die angelegten Grünanlagen. Auch in New York ist im November Herbst und von daher waren viele der angelegten Beete und Grünflächen leider nicht ganz so farbenfroh, wie dies im Frühjahr und Sommer. Dafür wurden wir aber mit strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen von ca. 12 Grad Celsius belohnt.

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Als nächstes wollten wir in Richtung Central Park fahren, denn dort sollte die „Finisher-Messe“ stattfinden, wo man sich seine Medaille gravieren lassen und entsprechende Merchandising-Artikel kaufen konnte. Durch einen Zufall sind wir allerdings im Columbus-Center unmittelbar am Central-Park gelandet, wo von einem örtlichen Sportartikelhändler ebenfalls der Gravurservice der Medaillen angeboten wurde. Der Vorteil: hier war es komplett kostenlos, während man auf der „offiziellen“ Veranstaltung 25 $ bezahlen sollte. Also habe ich dort kurzerhand meine Medaille abgegeben und da die Gravurzeit mit ca. 3 Stunden angegeben war, haben wir dann die Zeit für unseren nächsten Programmpunkt genutzt: eine Circle-Line-Tour rund um die gesamte Insel Manhattans.

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Das Wetter war hierfür wirklich absolut ideal und hätte kaum besser sein können. Dazu hatten wir einen wirklich exzellenten Sprecher, der mit sehr sauberem und verständlichen Englisch (eine Kombination, wie sie in den USA nur selten anzutreffen ist) sehr viel wissenswertes über das zu sehende und darüber hinaus zu erzählen und erklären wusste. Gestartet in Höhe der 42. Straße ging es entlang der atemberaubenden Skyline in Richtung Südspitze und ein gutes Stück weiter bis bis fast an Liberty Island mit der Freiheitsstatue

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darauf heran. Der gestrige Startort, die Verrazano-Narrows-Bridge

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lag leider noch ein bisschen im Gegenlicht, aber sie ist auch beeindruckend, wenn man mal nicht darüber läuft.

Weiter ging es dann zum East-River, um unter den „BMW-Brücken“ (Brooklyn, Manhattan und Williamsburg) in Richtung Nordspitze zu fahren. Selbstverständlich unterquerten wir auch wieder die „gute, alte Bekannte“ vom Vortag – die Queensboro-Bridge.

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Es ist schon ein komisches Gefühl, dass alles aus anderer Perspektive zu sehen und die Emotionen noch einmal zu erleben. Als wieder schon fast im Bereich der Bronx waren, kamen auch die Brücken 4 und 5, die gestern Bestandteile des Marathons waren mit auf die Tour. Außerdem war die Aussenansicht des Stadions der berühmten New York Yankees ein besonderes Highlight der Schiffstour.

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Sehr gerne hätten wir diesen Baseball-Tempel auch von innen gesehen, doch leider haben sich die Yankees dieses Jahr wieder nicht für die Play-Offs der World-Series qualifiziert, so dass alle Spieler bereits im Urlaub sind. Und nur für eine Besichtigungstour extra nochmal in die Bronx hinaus zu fahren, hätte uns zuviel Zeit gekostet

Gut zweieinhalb Stunden dauerte die Tour und war wirklich sehr kurzweilig und unterhaltsam. Da die Medaille nun auch fertig sein sollte, führen wir wieder zum Columbus-Circle, um sie in Empfang zu nehmen. Das hat alles super geklappt. Ein bisschen Zweifel hatte ich ja, dass die armen Menschen dort meine Sauklaue lesen können – und „vorsichtshalber“ hatte ich mich im ersten Versuch auch mal eben schnell eine Stunde schneller gemacht, als ich es eigentlich gewesen bin. Gott sei Dank ist mir das ganze noch vor dem Verlassen des Centers beim ersten Versuch aufgefallen, denn es wäre schon ziemlich peinlich gewesen, eine Medaille mit einer falschen Laufzeit zu haben. Sonst hätte ich ja auch gleich Weltrekord eingravieren lassen können…

Die große Enttäuschung gab es dann allerdings auf der „Finisher-Messe“, die wir dann im Anschluss dich nich besucht haben. Für das kostenpflichtige Gravieren hätten wir mit Sicherheit mindestens zwei Stunden anstehen müssen und in den Verkaufsräumen gab es bis auf 3,4 einzelne (und nicht sehr ansehnliche) „Finisher“-Jacken. Alles andere war bereits ausverkauft 🙁 . Bei Recherche im Netz stellte sich dann später heraus, dass der Versand eines T-Shirts (30 $) oder einer Sweat-Jacke (60 $) schlappe 38 $ und ein paar zerdrückte kosten soll – irgendwo sind auch Grenzen….

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Ein Besuch auf dem Empire State Building mit einem wiederum atemberaubenden Abendpanorama läutete dann den Abend ein, den wir dann später mit einem kühlen Getränk auf den Emporenstufen am Time-Square ausklingen ließen. Apropos Time Square: am Samstag haben wir dort ein Suchspiel nach dem Motto „finde den Fehler“ entdeckt:

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Stay tuned…

 

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