7 Wochen

Es gibt einen Film mit Brad Pitt mit dem Titel „7 Wochen in Tibet“. Die DVD davon steht bei mir in der Sammlung (bestimmt schon seit 8,9 Jahren) – gesehen habe ich ihn nie… Aber ich hatte gestern mein ganz persönliches und spezielles 7-Wochen-Erlebnis: nachdem ich die letzten beiden Wochenenden meinen Vater in seinem derzeitigen Domizil der Kurzzeitpflege nicht habe besuchen können, bin ich beim gestrigen Besuch beinahe vom Glauben abgefallen.  Durch die Telefonate mit ihm wusste ich ja, dass er immer besser wieder auf die Beine kommt  – auch wenn er immer noch wahnsinnige Schmerzen haben muss (ein „Mann“ redet ja über sowas nicht…). Zur Erinnerung: er ist die Treppe runtergefallen, hat sich das Becken und den ersten Halswirbel gebrochen – wie durch ein Wunder lebt er überhaupt noch und kann auch noch alles bewegen…

Gestern trat er ohne Hilfe (Gehstock oder Rollator) an seine Zimmertür und ging auch „freihändig“ durch sein Zimmer. In seinen Augen sieht man wieder seinen Schalk und seinen Willen. Wenn ich das Bild mit dem 7 Wochen vorher, nachdem ich ihn das erste mal nach seinem Unfall gesehen habe, vergleiche sind da Welten dazwischen. Damals hatte ich angefangen, mich mit dem Gedanken zu beschäftigen, dass es irgendwann auch mal eine Zeit geben wird, in der er nicht mehr da ist. Ich meine, das ist natürlich, das ist klar und immerhin wird der Gute in ein paar Wochen auch schon stolze 82 Jahre alt. Und trotzdem hatte ich diese Gedanken nie so wirklich zugelassen. Und plötzlich war es so real, so nah.

Nun bin ich etwas beruhigter. Natürlich weiß ich, dass irgendwann trotz allem einmal der entsprechende Tag kommen wird – doch seit gestern bin ich mir sicher, dass es noch nicht ganz so schnell sein wird. Und das hat er sich auch verdient!

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