Rooooooaaaaar

 

Was war das für ein Wochenende? Es war unglaublich, unfassbar und eigentlich unbeschreibar. Trotzdem will ich es versuchen, denn es war wirklich gigantisch und wenn ich hier ein paar Zeilen schreibe, dann kommen die ganzen Eindrücke und Emotionen auch wieder… ;o)

Das TIGER BALM TEAM hatte eingeladen – und zwar nach München, um dort zu Feiern, die beiden noch ausstehenden Startplätze für Hawaii zu vergeben und – nicht zuletzt – am Sonntag auch nich den München-Marathon zu laufen. Insgesamt waren 70 Tiger eingeladen, von denen dann auch 55 ihre Teilnahme zugesagt hatten. Die Location „Zum Straubinger“ in der Nähe des Viktualienmarktes war komplett in Tigerhand und es gab ein riesiges „Hallo“ nachdem sich viele derer, die sich bisher nur virtuell miteinander ausgetauscht hatten, endlich Aug` in Aug` gegenüber standen. Das galt auch für mich und die vier anderen schon feststehenden Hawaii-Fahrer, bis auf Marcel kannte ich niemanden persönlich.

Organisiert wurde alles, wie auch der komplette Auftritt des TIGER BALM TEAMs, vom Team der Agentur Ellusion und auch drei Vertreter von Klosterfrau (als Hersteller und Vertreiber des TIGER BALMs) haben es sich nicht nehmen lassen, diesem Event beizuwohnen. Im Vorfeld wurden uns spannende Spiele, lustige Wettkämpfe und ganz viel Spaß versprochen. Abgerundet werden sollte das Ganze durch freie Verpflegung in Form von Getränken und leckerem Sportlermenü – was soll ich sagen? Meine Erwartungen wurden BEI WEITEM ÜBERTROFFEN! Das Team rund um Sebastian hatte sich eine Menge einfallen lassen und ich denke, jede/r ist an diesem Tag auf seine/ ihre Kosten gekommen und hat sein Kommen und Tigerdasein nicht bereut.

Die Wettkämpfe waren fair und boten wirklich jedem/r die gleichen Chancen auf die vakanten Startplätze. Es wurde der Lukas gehauen, die Kuh (Dummy) gemolken, der Bulle (elektrisch) geritten, die Maß gestemmt und der Krug geschoben. Das alles in einer Damen – und Herrenwertung, so dass jede Gruppe einen Startplatz unter sich ausspielte. Durch das Bewertungssystem hatten auch wirklich alle die gleichen Chancen und niemand war in der Gesamtwertung (wenn vielleicht auch mal in einer einzelnen Disziplin) im Vorteil. Am Ende gab es jeweils in der Endabrechnung der Damen und Herren ein Duell der beiden Bestplatzierten, die dann den jeweiligen Gewinner unter sich ausspielten. Das schönste an den Spielen fand ich, dass ich sie zwar alle mitspielen konnte – aber nicht darauf angewiesen war, mich hier im Wettbewerb gegen andere durchzusetzen. Ich denke, ich hätte es bei dieser sehr, sehr starken Konkurrenz sehr, sehr schwer gehabt, mich durchzusetzen.

Das bisherige Quintett aus Stefanie, Lars, Marcel, Oke und meiner Wenigkeit wurde nach sehr spannenden Aufgaben durch Anja und Günther ergänzt und ich muss sagen, damit haben wir eine wirklich klasse Truppe beisammen, mit der man noch `ne ganze Menge Spaß haben wird. Im weiteren Verlauf des Abends hatten wir (und alle anderen Tiger natürlich auch) dann noch ausgiebig Gelegenheit, uns bei leckerem Essen und Getränken (zumeist Alkoholfrei) weiter zu „beschnuppern“. Wir, die „Hawaii-Tiger“ waren so gegen 23:00 Uhr dann wohl auch die letzten, die den „Straubinger“ gen Hotel verliessen, denn immerhin stand für den Sonntag ja noch ein Lauf (für die allermeisten sogar ein Marathon) auf dem Programm.

Der München-Marathon war dann für mich Teil 2 meiner persönlichen Marathon-Trilogie, die vor 2 Wochen in Berlin begann und den krönenden Abschluss am 09. Dezember in Honolulu finden soll. Es war wirklich beeindruckend, mit einer Tiger-Horde von ca. 40 Startern, die alle das gleiche Trikot trugen, gemeinsam an den Start zu gehen. Meine Marschroute war im Grunde genommen die gleiche, wie schon in Berlin: locker Laufen, Spaß haben und (nach Möglichkeit) unter 4 Stunden zu bleiben. Die große Unbekannte war jedoch der Berlin Marathon, von dem ich nicht ganz genau wusste, wieweit er mir noch in den Knochen steckte. Ich habe vor einem Jahr mal ein ähnliches Projekt gemacht, in dem ich am Sonntag nach Berlin direkt in Köln den Marathon gelaufen bin – das ist mir damals ab Km 28 nicht wirklich gut bekommen…

Angestachelt durch Anfangseuphorie (Nationalhymne, da auch Deutsche Meisterschaft war, Herdentrieb) und andere Tiger, die das gleiche Ziel verfolgten wie ich, ging es auf die Strecke. Die Beine fühlten sich gut an, die Strecke war bei weitem nicht so voll wie in Berlin (ungefähr 5.000 gegen 37.000 Starter) – ergo ging es recht schnell los: Zeit bei Km 1 zeigt 5:07 („ok, das relativiert sich dann ja gleich“), bei Km 2 dann 5:03 und bei Km 3 5:06 – es war kein Ding, dieses Tempo zu laufen und auch mitzuhalten und bestimmt wäre es auch noch einiges an Kilometern noch so gegangen, doch das war ja eigentlich gar nicht das, was ich wollte. Außerdem war ich mir sicher, das spätestens ab Km 32-35 mein dickes Ende dann kommen würde und so entschloss ich mich, meine Mit-Tiger ziehen zu lassen und meine eigene Marschroute zu verfolgen.

So lief ich dann eine ganze Weile mit Peter (einem „Alt-Tiger“, der das Glück hatte, im letzten Jahr mit nach New York zu dürfen), der das erste Mal unter 4 Stunden in`s Ziel kommen wollte. Im englischen Garten bei Km 9 ging ich dann mal schnell für kleine Königstiger und brauchte so ca. bis Km 13 bis ich zu Peter wieder aufgelaufen war. Ihm machte das anfänglich hohe Tempo (das er auch mitgegangen war) ein bisschen zu schaffen und so war ich bei Km 15 dann ziemlich alleine (aus Tiger-Sicht) unterwegs. Aber auch an der Strecke war im englischen Garten nicht wirklich viel los…

Das wurde dann im weiteren Verlauf des Marathons auch nur phasen-, bzw. stellenweise besser – es gab aber auch reichlich Passagen, an denen im wahrsten Sinne des Wortes „keine Sau“ war. Körperlich ging es mir sehr gut, wenn man mal davon absieht, dass ich schreckliche Druckschmerzen auf dem rechten Spann hatte, da ich den Schuh wohl ein bisschen zu stark geschnürt hatte. Das hatte ich zwar schon zu Beginn des Rennens gemerkt, aber das kenne ich recht gut aus dem Training und meist vergeht dieser Schmerz nach den ersten paar Kilometern wieder. So aber nicht in München. Also musste ich bei Km 22 den Schuh noch mal neu (und ein bisschen lockerer) schnüren. Der Gedanke, dass die Schmerzen jetzt schnell weg gehen würden, war leider ein Trugschluss: also bei  Km 26 noch mal schnüren. Leider blieb der Schmerz, da der Fuß auf den ersten 22 Kilometern wohl schon zu stark gereizt worden war. Es war zwar unangenehm aber durchaus auszuhalten. Außerdem gab es jetzt dann auch endlich mal wieder belebtere Streckenabschnitte, die dann auch ablenken.

Ab Km 30 ging`s dann in die Innenstadt, Richtung Marienplatz, an der Frauenkirche vorbei und Richtung Schwabing. Hier war endlich richtiges Marathonflair, das ich an vielen anderen Streckenpassagen vermisst habe. Dazu dann zwischen Km 32 und 37 eine Passage, an der man Läufer, die einem schon weit voraus sind sieht, da es eine Wendemarke gibt. Das war wirklich eine Mordsgaudi – denn ständig kamen einem orangenen Trikots des TIGER BALM TEAMs entgegen.

Leider haben die  Veranstalter vergessen, den ursprünglichen 2,5 Km-Abstand der Verpflegungsstationen ab Km 33 beizubehalten. Gerade jetzt, wo es im wahrsten Sinne des Wortes an`s Eingemachte geht, wurde der Intervall zwischen den einzelnen Stationen auf 3,5 Km erhöht, sodass nur noch bei 36,5 und knapp 40 etwas zu trinken greifbar war. Aber an diesen Stellen umzukehren umzudrehen wäre ja auch doof gewesen – und wenn man schon mal so weit gelaufen ist, dann läuft man auch noch weiter…

Absolutes Highlight ist natürlich der Zieleinlauf in`s Münchner Olympiastadion. Auch wenn bei weitem nicht voll besetzt, ist das Gänsehaut pur und ein unvergleichliches Erlebnis. Dazu dann von den anderen TIGER BALM TEAM Mitglieder, die schon im Ziel sind angefeuert zu werden – man kann es nicht in Worte fassen. Unterm Strich stand eine Zeit von 3:52:44, also knapp viereinhalb Minuten schneller als in Berlin – eine Zeit, mit der ich selber nicht gerechnet hätte: Mission completed! Ach ja – auch Peter hat sein Ziel erreicht und ist das erste Mal unter 4 Stunden geblieben.

Toll waren dann Organisation und Verpflegung der Läufer auf dem Rasen des Stadions, das habe ich bei keinem anderen Marathon bisher so entspannt erlebt. Dazu der super-Service der TIGER BALM TEAM Organisatoren, die unseren eigenen Pavillon organisiert hatten und somit vieles (insbesondere die Aufbewahrung und Abholung der Kleiderbeutel) wahnsinnig vereinfacht haben.

Dazu dann schnell noch ein paar Videos und Interviews gedreht – man fühlt sich wichtig…

Leider neigte sich dann dieses Wahnsinns-Wochenende dem Ende entgegen, denn so langsam trollte sich das gesamte Tiger-Rudel dann wieder in alle Himmelsrichtungen gen Heimat und für mich persönlich war die Reise auch um 01:00 Uhr Nachts zu Ende und ich fiel müde aber glücklich in mein Bett.

Fazit: der München-Marathon kann leider von der Stimmung her nicht mit anderen großen Marathons in Deutschland (Köln, Hamburg, Berlin) mithalten und die Streckenführung könnte phasenweise wesentlich attraktiver gestaltet werden. Doch der Lauf war ja im Grunde genommen nur Nebensache: es ging mir vielmehr darum, am gesamten Wochenende darum Spaß zu haben, viele  nette Menschen und nicht zuletzt meine Begleit-Tiger nach Hawaii kennen zu lernen. Und das ist in allen Punkten gelungen und die Erwartungen noch übertroffen worden. Wenn es nach mir ginge, könnte es übermorgen schon Richtung Hawaii gehen – mit diesen Mitstreitern jederzeit und auch die Organisation haben Spaß und Lust auf mehr gemacht.

DANKE TIGER BALM TEAM

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